Dispozins verstehen Was dein Minus wirklich kostet.
Der Dispokredit ist bequem, aber teuer. Zinsen fallen nur auf den tatsächlich genutzten Betrag und die Dauer der Überziehung an. Bleibt das Konto jedoch dauerhaft im Minus, wird aus einer kurzfristigen Hilfe schnell eine teure Dauerschuld.
Zinsen fallen nur auf den tatsächlich beanspruchten Dispo an.
Jeder Tag im Minus erhöht die Zinsbelastung.
Über dem vereinbarten Rahmen kann die Bank höhere Zinsen verlangen oder Zahlungen ablehnen.
Wer über Monate im Minus bleibt, braucht einen festen Rückzahlungsplan.
Was sind Dispozinsen?
Ein Dispositionskredit ist eine von der Bank eingeräumte Möglichkeit, das Girokonto bis zu einer bestimmten Grenze zu überziehen. Nutzt du den Rahmen, entsteht automatisch eine Kreditschuld.
Dispozinsen sind der Preis für diese kurzfristige Kreditnutzung. Sie werden nicht auf den gesamten eingeräumten Rahmen berechnet, sondern nur auf den tatsächlich genutzten Betrag.
Die Bank muss dir den Zinssatz und die Bedingungen mitteilen. Der Sollzins ist in der Regel variabel und kann sich ändern.
Wie hoch sind Dispozinsen?
Dispozinsen unterscheiden sich deutlich nach Bank und Kontomodell. Im BaFin-Kontenvergleich finden sich 2026 Angebote mit einstelligen Zinssätzen, viele Konten liegen jedoch deutlich darüber. Einzelne Angebote bewegen sich im Bereich von rund 12 Prozent oder mehr.
Eine pauschale Marktzahl ist deshalb nur begrenzt hilfreich. Für dich zählt der Sollzinssatz deines eigenen Kontos.
Du findest ihn im Preis- und Leistungsverzeichnis, im Onlinebanking, auf dem Kontoauszug oder in den Vertragsunterlagen.
Eher günstig
Kommt vor, ist aber nicht bei jedem Kontomodell verfügbar.
Häufige Größenordnung
Viele Angebote bewegen sich in einem zweistelligen Bereich.
Sehr teuer
Bei längerer Nutzung wird eine Umschuldung besonders prüfenswert.
So entstehen die Zinskosten.
Die Kosten hängen von drei Größen ab: dem genutzten Betrag, dem jährlichen Sollzinssatz und der Anzahl der Tage im Minus.
Banken können unterschiedliche Zinsmethoden verwenden. Häufig wird mit 360 Tagen gerechnet. Für eine grobe Verbraucherrechnung ist auch eine Berechnung mit 365 Tagen möglich. Maßgeblich ist immer die Methode deiner Bank.
Was kostet der Dispo pro Tag und Monat?
| Genutzter Betrag | Sollzins | Dauer | Zinskosten |
|---|---|---|---|
| 500 Euro | 12 % p. a. | 30 Tage | 5,00 Euro bei 360-Tage-Methode |
| 1.000 Euro | 12 % p. a. | 30 Tage | 10,00 Euro |
| 2.000 Euro | 12 % p. a. | 90 Tage | 60,00 Euro |
| 3.000 Euro | 14 % p. a. | 180 Tage | 210,00 Euro |
Der Unterschied kann teuer werden.
Eingeräumte Überziehung
Die Bank hat dir einen festen Kreditrahmen zugesagt. Innerhalb dieser Grenze gilt der vereinbarte Dispozins.
Geduldete Überziehung
Die Bank lässt eine Zahlung trotz fehlenden oder ausgeschöpften Rahmens zu. Sie kann dies jederzeit ablehnen und ein gesonderter Zinssatz kann gelten.
Wann der Dispo sinnvoll sein kann.
Vorteile
Sofort verfügbar, keine feste Rate, Zinsen nur auf den genutzten Betrag, flexibel für sehr kurze Engpässe.
Nachteile
Hoher Zinssatz, keine automatische Entschuldung, Gefahr der Dauernutzung, unsichere Kosten bei variablem Zins.
Ein Dispo kann vertretbar sein, wenn eine sichere Zahlung in wenigen Tagen erwartet wird und das Konto danach wieder ins Plus kommt.
Für planbare Anschaffungen, wiederkehrende Haushaltslücken oder Schulden über mehrere Monate ist er meist ungeeignet.
So kommst du aus dem Dispo.
Wann eine Umschuldung sinnvoll sein kann.
| Kriterium | Dispo | Ratenkredit |
|---|---|---|
| Zinssatz | Meist hoch und variabel | Oft niedriger und für die Laufzeit fest |
| Rückzahlung | Keine feste Rate | Feste monatliche Rate |
| Laufzeit | Offen | Von Beginn an festgelegt |
| Flexibilität | Sehr hoch | Geringer |
| Risiko | Dauerschuld ohne klare Tilgung | Planbare Entschuldung, aber feste Verpflichtung |
Eine Umschuldung kann sinnvoll sein, wenn du den Dispo nicht innerhalb weniger Monate ausgleichen kannst und eine tragbare feste Rate möglich ist.
Sie ist keine Lösung, wenn dein Haushaltsbudget jeden Monat ein Defizit aufweist. Dann würde der Dispo nach der Umschuldung schnell erneut entstehen.
Wann aus dem Dispo ein Schuldenproblem wird.
Wann die Bank ein Beratungsgespräch anbieten muss.
Bei erheblicher und dauerhafter Nutzung eines Dispositionskredits muss die Bank unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Beratungsgespräch anbieten.
Das gilt insbesondere, wenn ein Verbraucher den eingeräumten Überziehungsrahmen über längere Zeit in erheblichem Umfang nutzt. Auch bei einer länger andauernden geduldeten Überziehung können entsprechende Pflichten entstehen.
Das Angebot der Bank ist hilfreich, ersetzt aber keine unabhängige Schuldner- oder Verbraucherberatung.
Ist ein Dispo schlecht für die Bonität?
Ein eingeräumter Dispositionskredit ist nicht automatisch ein negativer SCHUFA-Eintrag. Banken können Kreditrahmen jedoch bei der Bonitätsprüfung berücksichtigen.
Problematisch werden Zahlungsstörungen, gekündigte Kredite oder offene Forderungen. Auch eine dauerhaft stark belastete Kontoführung kann bei internen Bankentscheidungen eine Rolle spielen.
Wer den Dispo nicht mehr ausgleichen kann, sollte deshalb früh reagieren und nicht erst nach Mahnungen oder Rücklastschriften.
Dispozinsen kurz erklärt.
Was kostet ein Dispo pro Tag?
Wie lange darf man im Dispo bleiben?
Fallen Zinsen auf den gesamten Disporahmen an?
Kann die Bank den Dispozins ändern?
Wann lohnt sich ein Ratenkredit?
Was passiert bei Überschreitung des Disporahmens?
Der Dispo ist eine Notbrücke – kein Dauerwohnsitz.
Ein Dispokredit ist praktisch, wenn ein kurzer finanzieller Engpass sicher in wenigen Tagen oder Wochen endet.
Bleibt das Konto dauerhaft im Minus, wird die Flexibilität teuer. Dann brauchst du eine feste Tilgung, ein realistisches Budget oder eine passende Umschuldung.
Prüfe deinen Sollzins, berechne die tatsächlichen Kosten und reduziere den Rahmen, sobald du ihn zurückgezahlt hast.
