Festgeldkonto erklärt: Zinsen, Laufzeiten & Sicherheit
Planbar sparen mit festem Zinssatz

Festgeld-Konto: Zinsen sichern. Laufzeit planen.

Beim Festgeld legst du einen festen Betrag für eine vereinbarte Zeit an. Der Zinssatz steht von Anfang an fest – dafür kannst du während der Laufzeit meist nicht über das Geld verfügen.

Festgeld verständlich erklärtMit Zinsrechner und VergleichscheckStand: Juni 2026
01Fester Zinssatz

Der vereinbarte Zins bleibt für die gesamte Laufzeit grundsätzlich unverändert.

02Geld ist gebunden

Eine vorzeitige Verfügung ist meist ausgeschlossen oder nur aus wichtigem Grund möglich.

03Kein Kursrisiko

Der Kontostand schwankt nicht durch Börsenbewegungen.

04Einlagenschutz prüfen

In der EU sind Einlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro je Person und Bank geschützt.

01
Definition und Funktionsweise

Was ist ein Festgeldkonto?

Ein Festgeldkonto ist eine verzinste Bankeinlage mit fest vereinbarter Laufzeit. Du legst einen bestimmten Betrag einmalig an und erhältst dafür einen Zinssatz, der für den vereinbarten Zeitraum grundsätzlich garantiert ist.

Während der Laufzeit kannst du meist weder zusätzlich einzahlen noch frei über das Guthaben verfügen. Am Ende erhältst du den Anlagebetrag zusammen mit den vereinbarten Zinsen zurück oder das Geld wird – abhängig vom Vertrag – erneut angelegt.

Im Unterschied zum Tagesgeld ist Festgeld nicht täglich verfügbar. Gegenüber dem Sparbuch bietet Festgeld häufig klarere Laufzeiten und feste Konditionen, während klassische Spareinlagen oft Kündigungsfristen und variable Zinsen haben.

KriteriumFestgeldTagesgeldSparbuch
ZinssatzFest für die LaufzeitMeist variabelMeist variabel
VerfügbarkeitRegelmäßig erst zum LaufzeitendeTäglich über ReferenzkontoMit Kündigungs- und Verfügungsregeln
EinzahlungenMeist einmaligFlexibelJe nach Produkt flexibel
Geeignet fürPlanbar entbehrliches GeldNotgroschen und kurzfristige RücklagenKlassisches Sparen mit geringer Flexibilität
02
Chancen und Grenzen

Vorteile und Nachteile von Festgeld.

Vorteile

  • Fester Zinssatz und klare Kalkulation
  • Kein Börsen- oder Kursrisiko
  • Gesetzlicher Einlagenschutz innerhalb der Sicherungsgrenze
  • Wenig laufender Verwaltungsaufwand
  • Geeignet für planbare Sparziele

Nachteile

  • Geld ist während der Laufzeit gebunden
  • Vorzeitige Kündigung meist ausgeschlossen
  • Steigende Marktzinsen werden nicht automatisch mitgenommen
  • Inflation kann die reale Kaufkraft mindern
  • Lange Laufzeiten erschweren Anpassungen
Opportunitätskosten nicht unterschätzenSteigen die Marktzinsen nach deiner Anlage, bleibst du bis zum Laufzeitende an den niedrigeren vereinbarten Zins gebunden. Eine Zinstreppe kann dieses Risiko verteilen.
03
Zins und Laufzeit

Wie lange solltest du dein Geld binden?

Festgeld wird je nach Bank für wenige Monate bis zu zehn Jahre angeboten. Typische Laufzeiten sind drei, sechs, zwölf, 24, 36 oder 60 Monate. Manche Anbieter arbeiten mit festen Kalenderterminen, andere rechnen ab dem Tag der Anlage.

Banken bestimmen ihre Festgeldzinsen anhand des allgemeinen Zinsniveaus, ihrer Refinanzierung, der erwarteten Zinsentwicklung, der Laufzeit und des Wettbewerbs um Einlagen. Eine längere Laufzeit muss deshalb nicht automatisch den höchsten Zins bieten.

Kurze Laufzeiten erhalten Flexibilität. Lange Laufzeiten schaffen Planungssicherheit, erhöhen aber das Risiko, bei steigenden Zinsen in einem älteren Vertrag festzustecken.

3M

Kurzfristig

Ein bis zwölf Monate. Geeignet, wenn du bald wieder über das Geld verfügen oder das Zinsniveau regelmäßig neu bewerten möchtest.

2J

Mittelfristig

Ein bis drei Jahre. Ein Kompromiss aus Zinssicherheit und überschaubarer Bindung.

5J

Langfristig

Drei bis zehn Jahre. Nur für Geld, das du mit hoher Sicherheit nicht benötigst.

Zinskurve prüfen

Vergleiche mehrere Laufzeiten. Ein längerer Vertrag kann zeitweise schlechter verzinst sein als ein kürzerer.

04
Festgeld selbst berechnen

Wie viel Zins bringt deine Anlage?

Der Rechner zeigt einen vereinfachten Bruttoertrag. Trage Anlagebetrag, Jahreszins und Laufzeit ein.

Anlagebetrag in Euro
Zinssatz pro Jahr in Prozent
Laufzeit
Zinsgutschrift
05
Sicherheit und Einlagenschutz

Wie sicher ist Festgeld?

Festgeld ist eine Bankeinlage. In der Europäischen Union sind Einlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro je Person und Kreditinstitut gesetzlich geschützt. Dabei werden Girokonto, Tagesgeld, Festgeld und weitere Einlagen bei derselben rechtlichen Bank zusammengerechnet.

Bei ausländischen Banken ist regelmäßig das Sicherungssystem des Herkunftslands zuständig. Die Schutzgrenze ist in der EU harmonisiert, doch Sprache, Verwaltung, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und der Ablauf einer Entschädigung können sich unterscheiden.

Freiwillige Sicherungssysteme können zusätzlichen Schutz bieten. Sie sollten aber nicht als Ersatz für die Prüfung der gesetzlichen Sicherung verstanden werden.

Länderratings und Bankratings können zusätzliche Hinweise zur wirtschaftlichen Stabilität geben. Sie sind jedoch keine Garantie und können sich verändern. Prüfe deshalb immer Sicherungsland, rechtliche Bank und Gesamteinlage.

01
Bank identifizierenWelche rechtliche Bank steht hinter Marke oder Plattform?
02
Sicherungsland prüfenWelches nationale System ist zuständig?
03
Guthaben addierenMehrere Konten bei derselben Bank zählen zusammen.
04
Rating einordnenRatings sind ein Signal, aber kein Schutzversprechen.
06
Kontoeröffnung

So eröffnest du ein Festgeldkonto.

01

Angebot prüfen

Vergleiche Zins, Laufzeit, Mindestanlage, Höchstbetrag, Einlagensicherung und Verlängerungsregeln.

02

Antrag ausfüllen

Benötigt werden regelmäßig Name, Anschrift, Geburtsdatum, Steuer-ID und ein Referenzkonto.

03

Identität bestätigen

Die Legitimation erfolgt meist per VideoIdent, PostIdent, Online-Ausweis oder Filiale.

04

Anlagebetrag überweisen

Überweise fristgerecht. Manche Angebote werden erst nach vollständigem Geldeingang verbindlich.

Mindestanlage beachtenViele Banken verlangen einen Mindestbetrag. Prüfe außerdem, ob der beworbene Zins nur bis zu einer bestimmten Summe gilt.
07
Vergleich ohne Lockfalle

Welche Kriterien wirklich zählen.

01
Effektiver ErtragZinssatz, Laufzeit und Gutschrift gemeinsam betrachten.
02
LaufzeitNur Geld binden, das du sicher nicht benötigst.
03
EinlagensicherungRechtliche Bank und Sicherungsland prüfen.
04
MindestanlagePasst das Angebot zu deinem verfügbaren Betrag?
05
ProlongationWird das Geld automatisch erneut angelegt?
06
SteuerabwicklungBehält die Bank deutsche Steuer ein?
Typische MarketingtricksAchte auf „bis zu“, sehr hohe Zinsen nur für einzelne Laufzeiten, begrenzte Aktionssummen, verpflichtende Zusatzprodukte und automatische Verlängerung.
08
Steuern

Wie Festgeldzinsen versteuert werden.

Festgeldzinsen sind Kapitalerträge. Bei deutschen Banken werden grundsätzlich 25 Prozent Kapitalertragsteuer einbehalten. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Mit einem Freistellungsauftrag nutzt du deinen Sparer-Pauschbetrag. Er beträgt 1.000 Euro pro Person und 2.000 Euro bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren.

Liegt dein gesamtes Einkommen voraussichtlich unter dem steuerlichen Grundfreibetrag, kann eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung den Steuerabzug verhindern.

Bei ausländischen Banken kann die deutsche Steuer nicht automatisch abgeführt werden. Dann musst du die Zinsen gegebenenfalls selbst erklären.

09
Laufzeitende richtig steuern

Kündigung, Verlängerung und Prolongation.

Festgeld endet grundsätzlich mit der vereinbarten Laufzeit. Je nach Vertrag wird der Betrag anschließend auf das Referenzkonto überwiesen oder automatisch erneut angelegt.

Diese automatische Verlängerung wird Prolongation genannt. Sie kann zu einer neuen Laufzeit mit dann geltenden Konditionen führen. Wer nicht verlängern möchte, muss oft eine Kündigungs- oder Widerspruchsfrist beachten.

Eine vorzeitige Kündigung ist normalerweise ausgeschlossen. Ausnahmen können bei besonderen Härtefällen vorgesehen sein, etwa Tod, existenzieller Notlage oder vertraglich geregelten Sonderfällen. Ein Anspruch besteht nicht automatisch.

01
Enddatum notierenKalendererinnerung mehrere Wochen vor Ablauf setzen.
02
Verlängerung prüfenAutomatische Prolongation rechtzeitig verhindern.
03
Auszahlungsweg klärenWird Kapital samt Zinsen automatisch überwiesen?
04
Neu vergleichenVor einer Verlängerung aktuelle Konditionen prüfen.
10
Festgeld für verschiedene Lebenslagen

Für wen ist Festgeld sinnvoll?

Sicherheitsorientierte Sparer

Geeignet für Menschen, die feste Zinsen und keine Kursschwankungen möchten.

F

Familien

Planbare Beträge für spätere Anschaffungen oder Ausbildungskosten können passend gestaffelt werden.

S

Studierende

Nur für Beträge sinnvoll, die während der Laufzeit wirklich nicht benötigt werden.

Selbstständige

Für langfristig planbare Rücklagen geeignet, nicht aber für kurzfristig fällige Steuern oder Betriebsausgaben.

11
Praktische Tipps

Diese Festgeld-Fehler lassen sich vermeiden.

×
Zu lange bindenLange Laufzeiten nur wählen, wenn das Geld sicher entbehrlich ist.
×
Notgroschen anlegenNotfallreserven gehören auf ein täglich verfügbares Konto.
×
Einlagenschutz ignorierenMarkenname und rechtliche Bank sind nicht immer identisch.
×
Prolongation übersehenAutomatische Verlängerung kann zu schlechteren Konditionen führen.
×
Alles auf eine Laufzeit setzenEine Zinstreppe verteilt Wiederanlage- und Zinsänderungsrisiken.
×
Über 100.000 Euro bündelnGrößere Beträge auf rechtlich eigenständige Banken verteilen.
12
Alternativen einordnen

Wann Tagesgeld oder Sparplan besser passen.

T

Tagesgeld

Für Notgroschen und kurzfristige Rücklagen. Täglich verfügbar, aber mit variablem Zins.

ETF

ETF- oder Aktiensparplan

Kann für langfristigen Vermögensaufbau geeignet sein, unterliegt aber Kursschwankungen und Verlustrisiken.

Zeithorizont entscheidetKurzfristig benötigtes Geld braucht Verfügbarkeit. Planbar entbehrliches Geld kann fest angelegt werden. Langfristige Ziele können je nach Risikobereitschaft andere Lösungen rechtfertigen.
13
Häufige Fragen

Festgeld kurz erklärt.

Kann ich Festgeld vorzeitig kündigen?
Regelmäßig nein. Eine vorzeitige Auflösung ist meist nur möglich, wenn der Vertrag sie vorsieht oder ein anerkannter wichtiger Grund vorliegt.
Ist Festgeld sicher?
Festgeld ist eine Bankeinlage. In der EU sind Einlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro je Person und Kreditinstitut gesetzlich geschützt.
Welche Laufzeit ist sinnvoll?
Die Laufzeit sollte zu deinem Finanzplan passen. Je unsicherer dein künftiger Geldbedarf, desto kürzer sollte die Bindung sein.
Was ist eine Prolongation?
Das ist die automatische Verlängerung der Anlage nach Laufzeitende. Prüfe Frist und neue Konditionen rechtzeitig.
Muss ich Festgeldzinsen versteuern?
Grundsätzlich ja. Freistellungsauftrag oder NV-Bescheinigung können den Steuerabzug innerhalb der gesetzlichen Voraussetzungen verhindern.
Kontenvergleich-Fazit

Festgeld schafft Ruhe – wenn die Laufzeit zu deinem Leben passt.

Festgeld bietet feste Zinsen, klare Planung und keinen Börsenstress. Der Preis dafür ist die fehlende Verfügbarkeit während der Laufzeit.

Lege deshalb nur Geld fest an, das du sicher nicht benötigst. Notgroschen und kurzfristige Rücklagen gehören auf ein flexibleres Konto.

Prüfe neben dem Zinssatz immer Einlagensicherung, Laufzeit, Mindestanlage, Steuerabwicklung und Verlängerungsregeln.

Quellen und rechtliche Grundlagen

  • BaFin: Verbraucherinformationen zu Festgeld und Einlagensicherung.
  • Europäische Bankenaufsichtsbehörde und Europäische Kommission: Einlagensicherung in der EU.
  • Deutsche Bundesbank: Statistiken zu Einlagen- und Marktzinsen.
  • Einkommensteuergesetz, insbesondere §§ 20, 32d und 44a.

Stand: Juni 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Zinssätze und Bedingungen können sich ändern. Maßgeblich sind die aktuellen Vertragsunterlagen der Bank. Der Rechner liefert eine vereinfachte Modellrechnung.