Girokonto Der große Überblick.
Dein Girokonto begleitet dich jeden Tag – beim Bezahlen, Sparen und Organisieren deiner Finanzen. Damit du nicht zu viel zahlst oder wichtige Funktionen verpasst, erfährst du hier, worauf du wirklich achten solltest und wie du das beste Konto für dich findest.
Gehalt, Miete, Lastschriften, Überweisungen und Kartenzahlungen laufen über das Girokonto.
Kontoführung, Karten, Bargeld und Dispozinsen entscheiden über die tatsächlichen Gesamtkosten.
Girocard, Debitkarte und Kreditkarte funktionieren nicht identisch und können unterschiedlich viel kosten.
Das günstigste Konto auf dem Papier ist nicht automatisch das beste Konto für deinen Alltag.
Was ist ein Girokonto?
Ein Girokonto ist ein Zahlungskonto für den laufenden Zahlungsverkehr. Es dient dazu, Geld zu empfangen, Zahlungen auszuführen und die eigenen Finanzen im Alltag zu organisieren.
Auf dem Konto können beispielsweise Gehalt, Rente, Sozialleistungen, Unterhalt oder private Überweisungen eingehen. Gleichzeitig werden darüber Miete, Strom, Versicherungen, Einkäufe, Abonnements und andere Ausgaben bezahlt.
Technisch ist das Girokonto ein laufendes Konto, auf dem Gutschriften und Belastungen fortlaufend miteinander verrechnet werden. Deshalb wird es auch als Kontokorrentkonto bezeichnet.
Die rechtlichen Grundlagen liegen vor allem in den Vorschriften über Zahlungsdienste in den §§ 675c bis 676c des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Weitere Regeln ergeben sich unter anderem aus dem Zahlungskontengesetz, dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz, europäischen Zahlungsverkehrsvorgaben und dem jeweiligen Kontovertrag.
Ein normales Girokonto ist grundsätzlich ein freiwilliges Vertragsangebot der Bank. Sie kann die Kontoeröffnung deshalb regelmäßig von einer Identitäts- und Bonitätsprüfung abhängig machen. Einen gesetzlichen Zugang gibt es dagegen unter bestimmten Voraussetzungen über das Basiskonto.
Welche Arten von Girokonten gibt es?
Banken verwenden viele unterschiedliche Produktnamen. Hinter ihnen stehen meist einige typische Kontomodelle. Entscheidend ist nicht die Bezeichnung, sondern welche Leistungen enthalten sind und welche Bedingungen gelten.
Standard-Girokonto
Das klassische Girokonto bietet die üblichen Funktionen für Überweisungen, Lastschriften, Karten und Bargeld. Je nach Bank kann es online, telefonisch und in der Filiale genutzt werden.
Online-Girokonto
Dieses Modell wird überwiegend über App oder Browser geführt. Persönliche Schalterleistungen sind nicht verfügbar oder kosten extra. Dafür fällt die Grundgebühr häufig niedriger aus.
Kostenloses Girokonto
Gemeint ist meistens ein Konto ohne monatliche Kontoführungsgebühr. Karten, Bargeld, Fremdwährungen oder Zusatzleistungen können trotzdem kostenpflichtig sein.
Premium-Konto
Premiumkonten enthalten häufig Kreditkarten, Reiseversicherungen, Rabatte oder besondere Services. Sie lohnen sich nur, wenn du die Leistungen tatsächlich benötigst.
Jugend- und Studentenkonto
Diese Konten werden häufig kostenlos oder günstiger angeboten. Meist gelten Altersgrenzen oder ein Nachweis über Schule, Ausbildung oder Studium.
Geschäftskonto
Geschäftskonten sind für berufliche oder gewerbliche Umsätze gedacht. Gebühren, Buchungspreise und Vertragsbedingungen unterscheiden sich häufig deutlich von Privatkonten.
Leistungen und Funktionen eines Girokontos.
Überweisungen
Du beauftragst deine Bank, einen bestimmten Betrag auf ein anderes Konto zu übertragen. Normale Euro-Überweisungen werden regelmäßig spätestens am folgenden Geschäftstag ausgeführt.
Lastschriften und Daueraufträge
Lastschriften werden vom Zahlungsempfänger eingezogen. Daueraufträge richtest du selbst für wiederkehrende feste Beträge ein, etwa für Miete oder Sparraten.
Karten
Girocard und Debitkarte belasten das Konto direkt oder zeitnah. Bei klassischen Kreditkarten werden Umsätze später gesammelt oder in Raten abgerechnet.
Bargeld
Bargeldabhebungen können über eigene Automaten, Automatenverbünde, Handelspartner oder Fremdbanken möglich sein. Gebühren und Limits unterscheiden sich.
Online- und Mobile-Banking
Über App und Browser lassen sich Umsätze prüfen, Überweisungen ausführen, Karten sperren und Einstellungen verwalten. Bedienbarkeit und Funktionsumfang variieren.
Echtzeitüberweisungen
Euro-Echtzeitüberweisungen werden grundsätzlich rund um die Uhr innerhalb weniger Sekunden ausgeführt. Sie dürfen nicht teurer sein als vergleichbare normale Überweisungen.
Debitkarte, Girocard oder Kreditkarte?
| Kartentyp | Abrechnung | Typische Nutzung | Wichtiger Punkt |
|---|---|---|---|
| Girocard | Direkt oder zeitnah über das Girokonto | Bezahlen und Bargeld in Deutschland | Im Ausland teilweise nur mit zusätzlicher Kartenfunktion nutzbar |
| Debitkarte | Direkt oder zeitnah über das Girokonto | Online, im Ausland und im Handel | Bei Hotels oder Mietwagen nicht immer gleichwertig zu einer Kreditkarte |
| Charge-Kreditkarte | Gesammelte monatliche Abrechnung | Reisen, Reservierungen und größere Zahlungen | Offener Betrag wird gewöhnlich vollständig eingezogen |
| Revolving-Kreditkarte | Voll- oder Teilzahlung möglich | Flexibler Kreditrahmen | Bei Teilzahlung können hohe Sollzinsen entstehen |
| Virtuelle Karte | Je nach hinterlegtem Kartenmodell | Onlinezahlungen und Mobile Wallet | Nicht immer für Bargeld oder Offline-Zahlungen geeignet |
Was kostet dein Girokonto wirklich?
Ein Konto mit 0 Euro Grundgebühr kann trotzdem teuer werden. Kartenpreise, kostenpflichtige Bargeldabhebungen und Dispozinsen entscheiden häufig stärker über die Gesamtkosten als die monatliche Kontoführungsgebühr.
Was du für die Kontoeröffnung brauchst.
Vergleiche das Konto nach deiner tatsächlichen Nutzung.
Prüfe vor dem Antrag, welche Karten enthalten sind, wo du kostenlos Bargeld erhältst und ob ein Mindestgeldeingang verlangt wird.
Reiche die verlangten Daten und Unterlagen ein.
Banken benötigen regelmäßig Name, Anschrift, Geburtsdatum, Steuerdaten, Kontaktdaten und Angaben zur beruflichen oder finanziellen Situation.
Bestätige deine Identität.
Die Legitimation erfolgt beispielsweise per Videoident, Postident, Online-Ausweisfunktion oder persönlich in einer Filiale. Dafür benötigst du ein anerkanntes Identitätsdokument.
Die Bank kann deine SCHUFA-Daten prüfen.
Bei einem normalen Girokonto darf die Bank die Eröffnung grundsätzlich von ihrer Risikoprüfung abhängig machen. Besonders relevant ist die Bonität, wenn ein Dispo oder eine Kreditkarte mit Kreditrahmen vorgesehen ist.
Girokonto für Minderjährige
Konten für Kinder und Jugendliche werden regelmäßig auf Guthabenbasis geführt. Ein Dispokredit ist in der Regel nicht vorgesehen.
Für die Eröffnung ist normalerweise die Mitwirkung der gesetzlichen Vertreter erforderlich. Banken verlangen regelmäßig Identitätsunterlagen des Kindes und der Sorgeberechtigten.
Welche Funktionen das Kind selbst nutzen kann, hängt vom Alter, dem Kontomodell und den vereinbarten Verfügungsrechten ab.
Girokonto trotz SCHUFA: Welche Möglichkeiten bleiben?
Eine negative SCHUFA bedeutet nicht automatisch, dass überhaupt kein Konto möglich ist. Sie kann aber dazu führen, dass eine Bank ein normales Girokonto ablehnt oder nur ein Konto ohne Kreditfunktion anbietet.
Möglich ist beispielsweise ein Guthabenkonto ohne Dispo und ohne Kreditkarte mit Kreditrahmen. Zahlungen funktionieren dann nur, soweit ausreichendes Guthaben vorhanden ist.
Wer kein anderes nutzbares Zahlungskonto besitzt, kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Basiskonto beantragen. Eine negative SCHUFA, Schulden oder eine laufende Pfändung sind allein keine zulässigen Gründe, diesen Anspruch abzulehnen.
Droht eine Kontopfändung, reicht ein normales Guthabenkonto nicht aus. Erst die Führung als Pfändungsschutzkonto schützt einen gesetzlichen Monatsbetrag.
Wie Dispokredit und Überziehung funktionieren.
Ein Dispositionskredit ist ein vereinbarter Kreditrahmen auf deinem Girokonto. Die Bank erlaubt dir, das Konto bis zu einer bestimmten Grenze ins Minus zu führen.
Zinsen fallen nur auf den tatsächlich genutzten Betrag und für die Dauer der Nutzung an. Trotzdem ist der Dispo häufig deutlich teurer als ein klassischer Ratenkredit.
Überschreitest du den vereinbarten Rahmen oder überziehst das Konto ohne eingeräumten Dispo, handelt es sich um eine geduldete Überziehung. Darauf besteht kein Anspruch.
Der größte Fehler besteht darin, den Dispo dauerhaft als zusätzliches Einkommen zu behandeln. Bleibt das Konto über Monate im Minus, werden laufende Einnahmen immer wieder von der Überziehung aufgezehrt.
So schützt du Konto, Karte und Zugangsdaten.
Zwei-Faktor-Authentifizierung
Viele Zahlungen und Kontoanmeldungen müssen mit zwei voneinander unabhängigen Merkmalen bestätigt werden.
Karte sofort sperren
Bei Verlust, Diebstahl oder Verdacht auf Missbrauch solltest du Karte und Onlinezugang unverzüglich sperren lassen.
Umsätze kontrollieren
Prüfe Kontoauszüge und Push-Nachrichten regelmäßig. Je früher du unberechtigte Zahlungen meldest, desto schneller kann die Bank reagieren.
Wer haftet bei einer betrügerischen Zahlung?
Eine Zahlung ist dir grundsätzlich nur zuzurechnen, wenn du sie autorisiert hast. Bei einer nicht autorisierten Zahlung muss die Bank den belasteten Betrag grundsätzlich unverzüglich erstatten.
Vor der Verlust- oder Sperranzeige kann eine gesetzliche Eigenbeteiligung bestehen. Hast du den Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht, kann die Haftung deutlich weitergehen.
Gib niemals TANs, Freigabecodes oder vollständige Zugangsdaten an Personen weiter, die dich telefonisch, per E-Mail oder Nachricht dazu auffordern.
So funktioniert der gesetzliche Kontowechselservice.
Verbraucher haben bei einem Wechsel zwischen Zahlungskonten Anspruch auf gesetzliche Kontenwechselhilfe, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Mit deiner Ermächtigung fordert die neue Bank bei der bisherigen Bank Informationen über Daueraufträge, Lastschriften und regelmäßige Zahlungseingänge an.
Der Service erleichtert den Wechsel, nimmt dir aber nicht jede Kontrolle ab. Seltene Abbuchungen, Jahresbeiträge und gespeicherte Kartendaten können übersehen werden.
Warte auf vollständigen Zugang und funktionierende Karte.
Schließe das alte Konto nicht, bevor das neue Konto, die App, das TAN-Verfahren und die Karten tatsächlich nutzbar sind.
Lege fest, welche Zahlungen übertragen werden sollen.
Prüfe die von den Banken erstellten Listen und ergänze fehlende Zahlungspartner manuell.
Lass beide Konten einige Wochen gleichzeitig bestehen.
Halte auf dem alten Konto ausreichend Guthaben für verspätete Lastschriften und vergessene Zahlungen bereit.
Kündige erst nach einer abschließenden Umsatzkontrolle.
Übertrage Restguthaben, lade Kontoauszüge herunter und kläre offene Karten- oder Disposchulden.
Das beste Konto passt zu deiner Nutzung.
Prüfe nicht nur die monatliche Grundgebühr. Ein gutes Girokonto verbindet niedrige Gesamtkosten mit passenden Karten, einer zuverlässigen App und einer Bargeldversorgung, die zu deinem Alltag passt.
gemeinsam prüfen
Basiskonto, P-Konto und Gemeinschaftskonto.
Basiskonto
Das Basiskonto sichert grundlegende Zahlungsfunktionen, wenn kein anderes nutzbares Konto vorhanden ist. Negative SCHUFA oder Schulden schließen den Anspruch nicht automatisch aus.
Basiskonto-Ratgeber ↗P-Konto
Ein P-Konto schützt einen gesetzlichen Monatsbetrag vor einer Kontopfändung. Es ist kein eigenständiges Kontomodell, sondern eine Schutzfunktion eines Einzelkontos.
Pfändungsschutz berechnen ↗Gemeinschaftskonto
Ein Gemeinschaftskonto wird von mindestens zwei Personen geführt. Es eignet sich etwa für gemeinsame Haushaltskosten, verlangt aber klare Absprachen und gegenseitiges Vertrauen.
Gemeinschaftskonten vergleichen ↗Diese Girokonto-Fehler lassen sich vermeiden.
Das Girokonto kurz erklärt.
Was ist der Unterschied zwischen Girokonto und Bankkonto?
Bankkonto ist ein Oberbegriff. Das Girokonto ist ein Zahlungskonto für den laufenden Zahlungsverkehr. Daneben existieren beispielsweise Tagesgeld- und Festgeldkonten.
Ist ein kostenloses Girokonto wirklich kostenlos?
Nicht zwingend. Oft entfällt lediglich die monatliche Kontoführungsgebühr. Für Karten, Bargeldabhebungen, Fremdwährungen oder Papierüberweisungen können trotzdem Kosten entstehen.
Kann ich ein Girokonto ohne SCHUFA eröffnen?
Manche Banken bieten Guthabenkonten ohne Kreditrahmen an. Hast du kein anderes nutzbares Konto, kann außerdem ein gesetzlicher Anspruch auf ein Basiskonto bestehen.
Wie viele Girokonten darf man haben?
Grundsätzlich kannst du mehrere Girokonten führen. Beachte jedoch Gebühren, Bonitätsprüfungen und den organisatorischen Aufwand. Nur ein P-Konto ist pro Person zulässig.
Wie lange dauert eine normale Überweisung?
Eine elektronische Euro-Überweisung innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums muss grundsätzlich spätestens am Ende des folgenden Geschäftstags beim Zahlungsdienstleister des Empfängers eingehen.
Kann ich eine Lastschrift zurückholen?
Eine autorisierte SEPA-Basislastschrift kannst du regelmäßig innerhalb von acht Wochen ab Belastung ohne Angabe von Gründen zurückgeben.
Ist Guthaben auf dem Girokonto abgesichert?
Innerhalb der Europäischen Union sind Bankeinlagen grundsätzlich bis zu 100.000 Euro je Kunde und Kreditinstitut gesetzlich geschützt.
Wann lohnt sich ein Kontowechsel?
Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn Gebühren steigen, Karten oder Bargeld zu teuer sind, der Dispozins hoch ist oder App und Service nicht mehr zu deinem Alltag passen.
Ein gutes Girokonto fällt im Alltag kaum auf – ein schlechtes jeden Monat.
Das Girokonto ist die Schaltzentrale deiner täglichen Finanzen. Deshalb sollte es zuverlässig, verständlich und zu deiner tatsächlichen Nutzung passend sein.
Entscheidend sind die Gesamtkosten. Ein kostenloses Konto kann durch Karten, Bargeld oder Dispozinsen teuer werden. Ein Konto mit Grundgebühr kann dagegen sinnvoll sein, wenn wichtige Leistungen bereits enthalten sind.
Prüfe besonders Kartenart, Bargeldversorgung, Mindestgeldeingang, App-Qualität, Dispozins und Auslandskosten.
Wechsle nicht vorschnell, aber bleibe auch nicht aus Bequemlichkeit bei einem Konto, das dauerhaft zu teuer oder unpassend geworden ist.
