Du kannst dein Girokonto bis zum vereinbarten Kreditrahmen überziehen.
Was kostet dich dein Dispo wirklich?
Berechne taggenau deine Dispozinsen, sieh deinen Rückzahlplan und vergleiche, ob eine Umschuldung günstiger wäre.
Dispo-Szenario wählen
Wähle ein typisches Szenario. Du kannst danach alle Werte frei anpassen.
Deine Dispo-Daten
Wie stark ist dein Konto aktuell im Minus?
Zinssatz pro Jahr laut Preis- und Leistungsverzeichnis.
Für die schnelle Zinsrechnung ohne Rückzahlplan.
Wie viel kannst du realistisch pro Monat ausgleichen?
Optional: zeigt, wie stark dein Limit bereits genutzt wird.
Zum Vergleich: Ratenkredit, Kreditlinie oder Familien-Darlehen.
Einmalige Zahlung direkt am Start.
Optional, falls für Umschuldung oder Konto Kosten entstehen.
Sicherheitsgrenze für den Rückzahlplan.
Taggenau ist praxisnah. Monatlich ist leichter verständlich.
Dein Dispo im Detail
| Genutzter Dispo | 2.000 € |
|---|---|
| Dispozins pro Jahr | 14,9 % |
| Zinsen für gewählte Tage | 49 € |
| Tageszins | 0,82 € |
| Monatszins grob | 25 € |
| Dispo-Rahmen genutzt | 67 % |
Wie lange dauert es?
| Startsaldo nach Sofortzahlung | 2.000 € |
|---|---|
| Monatliche Rückzahlung | 400 € |
| Dauer bis schuldenfrei | 5 Monate |
| Zinsen im Rückzahlplan | 63 € |
| Gesamtbelastung | 2.063 € |
| Alternative / Umschuldung | 31 € Zinsen |
Was kostet Warten?
| 7 Tage im Dispo | 6 € |
|---|---|
| 30 Tage im Dispo | 25 € |
| 90 Tage im Dispo | 73 € |
| 180 Tage im Dispo | 147 € |
| 365 Tage im Dispo | 298 € |
Raus aus dem Dispo
- 1Rückzahlung automatisieren: Direkt nach Gehaltseingang einen festen Betrag ausgleichen.
- 2Nicht nur Zinsen zahlen: Deine Monatsrate muss deutlich höher sein als die Monatszinsen.
- 3Umschuldung prüfen, wenn du länger als 2–3 Monate im Dispo bleibst.
- 4Dispo-Limit senken, sobald du raus bist, damit du nicht wieder reinrutschst.
Dispo und Dispokredit verständlich erklärt
Flexibel im Minus – aber selten günstig.
Der Dispokredit ist eine vereinbarte Kreditlinie auf dem Girokonto. Er kann kurzfristige Engpässe überbrücken, verursacht aber ab dem ersten genutzten Euro Zinsen. Für dauerhaftes Minus ist er meist ungeeignet.
Zinsen fallen nur auf den tatsächlich genutzten Betrag und Zeitraum an.
Geeignet ist der Dispo eher für kleine, vorübergehende Engpässe.
Bleibt das Konto lange überzogen, können sich die Kosten verfestigen.
Was ist ein Dispokredit?
Ein Dispositionskredit, kurz Dispo, ist eine von der Bank eingeräumte Überziehungsmöglichkeit auf einem Girokonto. Du darfst das Konto dadurch bis zu einem festgelegten Betrag belasten, auch wenn das vorhandene Guthaben bereits aufgebraucht ist.
Der Dispo ist rechtlich ein Verbraucherdarlehen. Anders als bei einem klassischen Ratenkredit wird die Kreditsumme nicht vollständig ausgezahlt. Stattdessen steht dir ein wiederholt nutzbarer Kreditrahmen zur Verfügung.
Wie funktioniert der Dispo?
Sobald dein Kontostand unter null fällt, nutzt du den vereinbarten Kreditrahmen. Neue Zahlungseingänge verringern das Minus automatisch. Es gibt normalerweise keine feste Monatsrate und keinen festen Tilgungsplan. Genau diese Flexibilität kann praktisch sein, macht dauerhaftes Minus aber leicht unübersichtlich.
Die Bank hat eine konkrete Überziehungsgrenze und die dafür geltenden Konditionen mit dir vereinbart.
Die Bank führt eine Belastung aus, obwohl kein oder kein ausreichender Disporahmen besteht. Darauf besteht kein Anspruch.
Eine geduldete Überziehung ist kein Dispokredit. Sie kann abgelehnt werden und je nach Kontomodell anders oder höher verzinst sein.
Wer bekommt einen Dispo?
Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Dispokredit gibt es nicht. Die Bank entscheidet anhand ihrer Kreditprüfung, ob sie einen Rahmen einräumt und wie hoch dieser ausfällt.
Typische Voraussetzungen
- ein Girokonto bei der jeweiligen Bank,
- Volljährigkeit und unbeschränkte Geschäftsfähigkeit,
- regelmäßige und ausreichend stabile Zahlungseingänge,
- eine aus Sicht der Bank ausreichende Kreditwürdigkeit,
- keine schwerwiegenden negativen Merkmale in der Kreditprüfung.
Besonders häufig wird ein Dispo auf Basis regelmäßiger Lohn-, Gehalts- oder Renteneingänge angeboten. Banken können dabei eigene Mindestbeträge, Prüfregeln und Risikogrenzen anwenden.
Wie wird der Dispo eingerichtet?
Je nach Bank kann der Antrag im Onlinebanking, in der App, telefonisch oder im Gespräch gestellt werden. Nach der Prüfung werden Kreditlimit, Sollzinssatz und weitere Bedingungen festgelegt. Manche Banken bieten einen Rahmen aktiv an, wenn das Konto über längere Zeit regelmäßige Eingänge aufweist.
Ein hoher verfügbarer Dispo ist kein zusätzliches Einkommen. Richte den Rahmen besser nur so hoch ein, wie du ihn im Notfall aus eigener Kraft wieder ausgleichen kannst.
Wie hoch ist ein Dispokredit?
Die Höhe wird individuell festgelegt. Als grober Richtwert werden in der Praxis häufig ein bis drei monatliche Nettoeingänge genannt. Das ist jedoch keine feste Regel und keine Empfehlung für jeden Haushalt.
Welche Faktoren beeinflussen das Limit?
- Höhe und Regelmäßigkeit der Zahlungseingänge,
- Beschäftigungs- und Einkommenssituation,
- bisherige Kontoführung,
- bestehende Kreditverpflichtungen,
- interne Risikoprüfung und externe Bonitätsdaten.
Kann man den Dispo erhöhen oder reduzieren?
Eine Erhöhung kann beantragt werden, wird aber erneut geprüft. Ebenso kannst du den Rahmen freiwillig reduzieren oder vollständig entfernen lassen. Die Bank kann den Dispo ihrerseits ebenfalls kürzen oder streichen, etwa wenn regelmäßige Einkünfte wegfallen oder sich die Risikoeinschätzung verändert.
Dispozinsen und Kosten
Für einen ungenutzten Disporahmen fallen üblicherweise keine Sollzinsen an. Kosten entstehen, sobald und solange das Konto im vereinbarten Minus steht. Berechnet wird grundsätzlich nur der tatsächlich genutzte Betrag.
So werden Dispozinsen überschlägig berechnet
Eine einfache Näherungsformel lautet: Minusbetrag × Sollzins × Tage ÷ 365. Der Sollzins wird dabei als Dezimalzahl eingesetzt.
Berechnung: 1.000 € × 12 % × 30 ÷ 365. Abrechnungsmethoden, Zinsänderungen und Buchungszeitpunkte können das tatsächliche Ergebnis verändern.
| Fiktives Beispiel | Minusbetrag | Sollzins | Dauer | Näherungsweise Zinsen |
|---|---|---|---|---|
| Kleiner Engpass | 500 € | 12 % p. a. | 14 Tage | ca. 2,30 € |
| Monat im Minus | 1.000 € | 12 % p. a. | 30 Tage | ca. 9,86 € |
| Längerer Engpass | 1.500 € | 12 % p. a. | 90 Tage | ca. 44,38 € |
Dispozins und Überziehungszins
Der Dispozins gilt innerhalb der vereinbarten Kreditlinie. Überziehst du das Konto darüber hinaus oder ohne eingeräumten Rahmen, liegt eine geduldete Überziehung vor. Dafür kann ein gesonderter Sollzinssatz gelten. Manche Banken verwenden heute denselben Satz, andere unterscheiden weiterhin.
Warum sind Dispozinsen häufig hoch?
Der Dispo ist jederzeit abrufbar, flexibel rückzahlbar und hat keinen festen Tilgungsplan. Für die Bank ist das schwerer planbar als ein Ratenkredit. Hinzu kommen das Ausfallrisiko, die sofortige Verfügbarkeit und die fehlende Besicherung.
Vorteile und Nachteile des Dispos
- sofort verfügbar, sobald der Rahmen eingerichtet ist,
- keine erneute Beantragung bei jeder Nutzung,
- freie Verwendung ohne Zweckbindung,
- automatische Rückführung durch Zahlungseingänge,
- Zinsen nur für genutzten Betrag und Zeitraum.
- häufig deutlich höhere Zinsen als bei Ratenkrediten,
- keine feste Rückzahlungsstruktur,
- Gefahr eines dauerhaft negativen Kontostands,
- Bank kann den Rahmen reduzieren oder kündigen,
- schlechter Überblick über die tatsächliche Verschuldung.
Typische Fehlannahmen
- „Mein Dispo gehört zu meinem verfügbaren Geld.“ Tatsächlich handelt es sich um geliehenes Geld.
- „Wenn das Gehalt kommt, ist alles wieder ausgeglichen.“ Ist das neue Einkommen sofort für laufende Ausgaben gebunden, beginnt der nächste Monat erneut im Minus.
- „Ein kleiner Monatsbetrag kostet kaum etwas.“ Wiederholt sich die Nutzung über viele Monate, summieren sich die Zinskosten.
Risiken und typische Probleme
Dauerhafte Überziehung
Problematisch wird der Dispo, wenn das Konto auch direkt nach Gehaltseingang nicht mehr ins Plus kommt. Dann finanziert der Kredit nicht mehr nur einen kurzen Engpass, sondern einen dauerhaften Fehlbetrag im Haushaltsbudget.
Zinseszinseffekt
Werden fällige Sollzinsen dem Girokonto belastet und nicht ausgeglichen, erhöhen sie den negativen Saldo. Auf den höheren Schuldbetrag können in der Folge weitere Zinsen anfallen. Der Effekt ist bei einem einzelnen Monat gering, kann sich bei dauerhaftem Minus aber verstärken.
Abhängigkeit vom Dispo
Wer laufende Fixkosten regelmäßig nur noch mithilfe des Dispos bezahlt, verliert finanziellen Handlungsspielraum. Jede unerwartete Ausgabe verschärft die Lage, während das nächste Einkommen bereits zur Rückführung des alten Minus benötigt wird.
Auswirkungen auf die SCHUFA
Die normale Nutzung eines vereinbarten Dispos führt nicht automatisch zu einem negativen SCHUFA-Eintrag. Kritisch können jedoch Zahlungsstörungen, eine gekündigte Kreditlinie, fällige Rückstände oder titulierte Forderungen werden. Auch bei neuen Kreditanträgen kann eine hohe laufende Verschuldung die Kreditentscheidung beeinflussen.
Wenn du den Dispo über mehrere Monate fast vollständig nutzt oder selbst nach Gehaltseingang im Minus bleibst, solltest du frühzeitig gegensteuern.
Welche Alternativen gibt es?
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von Betrag, Dauer, Bonität und Ursache des Engpasses ab. Vergleiche nicht nur den Sollzins, sondern auch Laufzeit, Gesamtkosten und monatliche Belastung.
Kann bei einem größeren, länger bestehenden Minus günstiger sein. Feste Raten schaffen einen verbindlichen Tilgungsplan.
Flexible Kreditlinie außerhalb des Girokontos. Die Kosten können niedriger sein, dennoch bleibt eine konsequente Rückzahlung wichtig.
Nicht dringende Anschaffungen aufschieben, Rücklagen nutzen oder Zahlungsziele frühzeitig abstimmen.
Abos pausieren, variable Ausgaben begrenzen und vorhandene Guthaben oder Erstattungsansprüche prüfen.
Eine niedrigere Monatsrate bedeutet nicht automatisch geringere Gesamtkosten. Prüfe effektiven Jahreszins, Laufzeit, Gesamtbetrag und mögliche Zusatzkosten.
Dispo ausgleichen und Schulden abbauen
Je früher du einen dauerhaft genutzten Dispo angehst, desto leichter lässt sich der negative Kontostand meist stabilisieren. Entscheidend ist ein realistischer Plan, der auch laufende Kosten berücksichtigt.
Notiere Kontostand, Kreditlimit, aktuellen Sollzins und durchschnittliche monatliche Zinsbelastung.
Stelle sichere Einnahmen, Fixkosten, variable Ausgaben und unregelmäßige Zahlungen gegenüber.
Behandle den Dispo wie einen Kredit mit monatlicher Rate und überweise den Betrag direkt nach dem Einkommen.
Reduziere den Kreditrahmen schrittweise, sobald der Saldo sinkt, damit das bereits getilgte Minus nicht erneut genutzt wird.
Bei höherem Dauerminus kann ein günstigerer Kredit mit fester Rate sinnvoll sein, sofern die Rate dauerhaft tragbar ist.
Wenn Miete, Energie, Versicherungen oder Kreditraten nicht mehr sicher bezahlt werden können, ist eine anerkannte Schuldnerberatung die richtige Anlaufstelle.
Rechtlicher Rahmen und Verbraucherschutz
Der Dispokredit ist im Bürgerlichen Gesetzbuch als eingeräumte Überziehungsmöglichkeit geregelt. Die Bank muss unter anderem über wesentliche Vertragsbedingungen und den Sollzinssatz informieren. Für geduldete Überziehungen gelten eigene Vorschriften.
Beratung bei dauerhafter Nutzung
Bei einer länger andauernden und erheblichen Nutzung einer eingeräumten Überziehungsmöglichkeit muss die Bank unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Beratungsangebot machen. In der Beratung sollen kostengünstigere Alternativen und die Folgen weiterer Überziehung besprochen werden.
Zinsänderungen
Dispozinsen sind häufig variabel. Unter welchen Bedingungen sie angepasst werden dürfen und wie die Bank darüber informiert, ergibt sich aus Vertrag, Preisverzeichnis und den gesetzlichen Vorgaben. Prüfe deshalb regelmäßig Kontoauszug, Preis- und Leistungsverzeichnis sowie Mitteilungen deiner Bank.
Kann die Bank den Dispo kündigen?
Ein dauerhafter Anspruch auf den eingeräumten Rahmen besteht nicht. Die Bank kann ihn nach den vertraglichen Regeln reduzieren oder kündigen. Besonders problematisch ist das, wenn das Konto bereits stark im Minus steht und der offene Betrag kurzfristig zurückgeführt werden muss.
Häufige Fragen zum Dispokredit
Wie hoch dürfen Dispozinsen sein? +
Wie oft darf man den Dispo nutzen? +
Was passiert bei dauerhaftem Minus? +
Kann die Bank den Dispo kündigen? +
Wie finde ich meinen Dispozins heraus? +
Ist die Nutzung des Dispos automatisch negativ für die SCHUFA? +
Fazit: Praktisch als Reserve, teuer als Dauerlösung
Der Dispokredit bietet sofortige Liquidität und kann einen kurzen finanziellen Engpass unkompliziert überbrücken. Seine Stärke ist die Flexibilität, nicht der niedrige Preis.
Wer das Konto nur für wenige Tage und mit einem überschaubaren Betrag überzieht, kann den Dispo sinnvoll nutzen. Bleibt das Konto dagegen dauerhaft im Minus, fehlen eine feste Tilgung und ein klarer Ausstieg. Dann sind Haushaltsplanung, eine reduzierte Kreditlinie oder eine günstigere Umschuldung meist die bessere Richtung.
Der Dispo ist eine kurzfristige Notfallreserve – kein dauerhaftes zweites Einkommen.
